20 Jahre Familienzentrum NRW: Sprachförderung und Chancengerechtigkeit im Fokus
Save the Date
2026 feiern die Familienzentren NRW ihr 20-jähriges Bestehen. Das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen lädt alle Familienzentren, ihre Träger, die Jugendämter und alle Partner:innen der Einrichtungen herzlich ein, gemeinsam zurück zu blicken, aktuelle Herausforderungen sichtbar zu machen und zentrale Zukuntsfragen zu diskutieren. Sprache und die damit verbundene Frage nach gesellschaftlicher Teilhabe stehen dabei im Mittelpunkt. Die damit einhergehenden Themen, Chancen und Herausforderungen möchten wir mit wissenschaftlichen Impulsen und Praxiserfahrungen beleuchten.
Vor dem Kongress finden vom 21. bis 23. September Online-Veranstaltungen zu den Themen Sprache, Gerechtigkeit und Familienzentren statt und am 24. September werden wir zu einem großen Kongresstag in der Messehalle Dortmund zusammenkommen. Dort wird es die Möglichkeit geben, sich auf einem Markt der Möglichkeiten inspirieren zu lassen und in den Austausch zu kommen. Zudem wird eine Podiumsdiskussion mit Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis stattfinden.
Wir freuen uns auf Sie!
Merken Sie sich den Termin schon jetzt vor. Die Möglichkeit zur Anmeldung folgt in Kürze.
Tagesmoderation: Catherine Vogel (WDR)
09:30 Uhr: Einlass und Ankommen
10:15 Uhr: Eröffnung und Begrüßung
Staatssekretär Lorenz Bahr (MKJFGFI NRW)
Oberbürgermeister der Stadt Dortmund Alexander Kalouti
Maren Hilke vom ISA e.V.
10:45 Uhr: Chancengleichheit - Ungleichheiten reflektieren und diversitätssensible Handlungsorientierung fokussieren
Schwerpunkt Keynote von Prof.in Dr.in Tanja Betz (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz)
11:30 Uhr: Markt der Möglichkeiten und Verpflegung
13:45 Uhr: Mehrsprachigkeit: Sprachbildung im Alltag und Mehrsprachigkeit als Ressource
Schwerpukt Keynote von Prof.in Dr.in Steffi Sachse (Pädagogische Hochschule Heidelberg)
14:40 Uhr: Podiumsdiskussion
Prof.in Dr.in Tanja Betz, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Stephanie Butenop, Koordinatorin für Familienzentren der Stadt Köln
Daniela Heimann, Landeselternbeirat NRW
Heike Klumbies, Leitung der Kita Bornstraße in Dortmund
Prof.in Dr.in Steffi Sachse, Pädagogische Hochschule Heidelberg
Mechthild Thamm, Paritätischer Wohlfahrtsverband NRW
15:45 Uhr: Ausblick und Verabschiedung
Informationen folgen
Chancengleichheit - Ungleichheiten reflektieren und diversitätssensible Handlungsorientierung fokussieren
- Prof.in Dr.in Tanja Betz (Studium der Psychologie, Pädagogik und Soziologie an der Universität Trier, Promotion an der Universität Trier, Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kindheitsforschung an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz)
Mehrsprachigkeit: Sprachbildung im Alltag und Mehrsprachigkeit als Ressource
- Prof.in Dr.in Steffi Sachse (Studium der Psychologie an der Humboldt-Universität Berlin, Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München, seit 2013 Professorin für Entwicklungspsychologie mit dem Schwerpunkt Sprachentwicklung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg)
In der Podiumsdiskussion werden aktuelle Herausforderungen und Chancen diskutiert. Zudem wird es Einblicke in die Praxis und Möglichkeiten für das Publikum geben, sich zu beteiligen.
- Prof.in Dr.in Tanja Betz (Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kindheitsforschung an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz)
- Stephanie Butenop (Koordinatorin für Familienzentren, Stadt Köln)
- Daniela Heimann (Landeselternbeirat NRW)
- Heike Klumbies (Leitung der Kita Bornstraße in Dortmund)
- Prof.in Dr.in Steffi Sachse (Professorin für Entwicklungspsychologie mit dem Schwerpunkt Sprachentwicklung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg)
- Mechthild Thamm (Paritätischer Wohlfahrtsverband)
Online-Foren:
Referentin: Janine Forestier
Zeit: 09:00 - 12:00 Uhr
Man geht davon aus, dass Kinder Sprache am besten in der Interaktion mit anderen Menschen lernen, anstatt in bestimmten Sprach-Lern-Settings. Auf dieser Einsicht basiert die Idee der alltagsintegrierten Sprachförderung. In der Veranstaltung werden ausgewählte Sprachförderstrategien vorgestellt und in ihrer Wirksamkeit bewertet und diskutiert. Darüber hinaus wird die Frage der benötigten Qualifikation des Fachpersonals erörtert. Zudem soll es die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch in Kleingruppen geben.
Referentin: Prof.in Dr.in Nadine Madeira Firmino
Zeit: 09:00 - 12:00 Uhr
Die Beobachtung und Dokumentation sprachlicher Entwicklungsprozesse zählt zu den zentralen Aufgaben frühpädagogischer Fachkräfte. Gleichzeitig stehen Teams in Kindertageseinrichtungen vor der Herausforderung, Sprachentwicklungsbeobachtung fachlich fundiert, alltagsintegriert und zugleich praktikabel umzusetzen. Der Workshop greift aktuelle Erkenntnisse aus den Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des WAS-NRW-Projekts („Weiterentwicklung der alltagsintegrierten Sprachbildung in NRW) auf und verbindet diese mit praxisnahen Einblicken in die Umsetzung sprachlicher Bildungs- und Beobachtungsprozesse im Kita-Alltag.
Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, wie sprachliche Entwicklung systematisch beobachtet und dokumentiert werden kann, welche Rolle Beobachtungsverfahren für die Planung pädagogischen Handelns spielen und wie Beobachtungsdaten im Sinne eines reflexiven Qualitätszyklus genutzt werden können. Dabei wird insbesondere die Bedeutung alltagsintegrierter Sprachbildung sowie die Verknüpfung von Beobachtung, pädagogischer Ableitung und sprachförderlichem Handeln thematisiert.
Ein besonderer Schwerpunkt des Workshops liegt auf dem Verfahren BaSiK. Aufbau, Einsatzmöglichkeiten und praktische Anwendung des Verfahrens werden anhand konkreter Beispiele aus der Kita-Praxis vorgestellt und diskutiert. Neben fachlichen Inputs bietet der Workshop Gelegenheit zur gemeinsamen Reflexion von Beobachtungssituationen, Dokumentationsprozessen und möglichen Herausforderungen in der Umsetzung. Der Workshop richtet sich an pädagogische Fachkräfte, Fachberatungen sowie weitere Interessierte aus dem Feld der frühen Bildung, die ihre Kenntnisse im Bereich sprachlicher Entwicklungsbeobachtung vertiefen und praxisnahe Anregungen für den pädagogischen Alltag erhalten möchten.
Referent: Prof. Dr. Timm Albers
Zeit: 14:00 - 17:00 Uhr
Der Workshop nimmt die Sprachkompetenzen von Kindern im Übergang vom Elementar- in den Primarbereich in den Blick. Im Zentrum steht die Frage, wie Familienzentren Kinder und ihre Familien in dieser sensiblen Phase sprachlich stärken und Bildungswege nachhaltig unterstützen können.
Zu Beginn erhalten die Teilnehmenden einen kompakten Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zu basalen Kompetenzen beim Übergang Kita–Grundschule, insbesondere zur Bedeutung zur Sprachbildung, zur Rolle der Prozessqualität und zu Chancen und Herausforderungen von Mehrsprachigkeit. Daran anschließend werden zentrale bildungspolitische Entwicklungen und zur Arbeit der Familienzentren kurz eingeordnet, sodass die Teilnehmenden ihre Praxis im Kontext aktueller Anforderungen reflektieren können.
Im zweiten Teil steht die Praxis der Familienzentren im Mittelpunkt: In interaktiven in Kleingruppen wird erarbeitet, wie Familienzentren als Knotenpunkte von Familienbildung, Beratung und frühkindlicher Bildung Übergänge sprachsensibel gestalten, Familien als Partner in der Sprachbildung einbinden und Kooperationen mit Grundschulen und weiteren Netzwerkpartnern gezielt ausbauen können. Ziel ist es, konkrete Ideen und Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der Arbeit in den Familienzentren mitzunehmen.
Referentin: Maren Hilke
Zeit: 14:00 - 17:00 Uhr
Kinderarmut zeigt sich nicht nur im fehlenden Geld. Sie wirkt sich auf Bildungschancen, Gesundheit, soziale Teilhabe und das Selbstbild von Kindern aus – oft mit langfristigen Folgen. Familienzentren und Kitas sind wichtige Orte, an denen Teilhabebarrieren erkannt und abgebaut werden. Dafür brauchen pädagogische Fachkräfte Wissen über Armutslagen, ihren Ursachen und Auswirkungen. Sie brauchen ein armutssensibles Verständnis für die Situation der Kinder.
In diesem Forum beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichen Lebenssituationen von Kindern und Familien in Armutslagen. Wir betrachten zentrale Lebenslagendimensionen, typische Formen von Benachteiligung und Ausgrenzung sowie Handlungsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Fachkräfte Kinder stärken, Familien sensibel begegnen und Angebote so gestalten können, dass alle Kinder dazugehören und teilhaben können. Neben fachlichen Impulsen bietet die Fortbildung Raum für Austausch, Praxisreflexion und die Weiterentwicklung eigener armutssensibler Handlungsmöglichkeiten.
Referentin: Prof.in Dr.in Sonja Damen
Zeit: 09:00 - 12:00 Uhr
Mehr Partizipation von Kindern in der Beobachtungs- und Dokumentationpraxis – Erkenntnisse aus BeDo-NRW II
Im Rahmen des Workshops werden die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt BeDo-NRW II für den Diskurs rund um das Thema Partizipation von Kindern im Beobachtungs- und Dokumentationsprozess genutzt, um die pädagogische Beobachtungs- und Dokumentationspraxis zu reflektieren. Hierbei sind insbesondere Fachberatungen und Kitaleitungen angesprochen, um Fragen der Weiterentwicklung und Umsetzung zu diskutieren.
Referentin: Denise Ritter
Zeit: 09:00 - 12:00 Uhr
Kitas sind nicht nur Betreuungseinrichtungen sondern auch Orte der Bildung. Inzwischen ist klar, dass die aktive Beteilung von Kindern zu deren Bildungsprozessen beiträgt. Partizipation ist somit ein wichtiges Fundament wenn es Bildungschance geht. Der Workshop geht der Frage nach, wie Partizipation und Bildung zusammenhängen und blickt vor allem auf die praktische Umsetzung. Wie kann echte Partizipation im Familienzentrum gelingen und umgesetzt werden?
Referent:innen: Prof.in Dr.in Sybille Stöbe-Blossey, Carolin Ferjan (pädquis), MKJFGFI
Zeit: 14:00 - 17:00 Uhr
In diesem Online-Forum nehmen wir Sie mit auf eine spannende Reise durch die Entstehungsgeschichte der Familienzentren in NRW. Gemeinsam werfen wir einen Blick zurück auf ihre Entwicklung, betrachten den aktuellen Stand und richten den Fokus auf zukünftige Perspektiven.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Gütesiegel und der dahinterstehenden Philosophie: Wie funktioniert dieses Steuerungsinstrument eigentlich, und welche Rolle spielt es in der Praxis? Sie erhalten Einblicke in das aktuelle Verfahren und haben die Möglichkeit, zentrale Aspekte gemeinsam zu reflektieren und zu diskutieren.
Referent:innen: Katharina Knüttel, Matthias Vollhase, Michaela Albrecht
Zeit: 14:00 - 17:00 Uhr
Damit Kinder einen guten Übergang von der Kita in die Grundschule erleben, spielen viele Bereiche eine Rolle. So ist die sozial-emotionale Dimensionen (Ängste & Unsicherheiten, Freundschaften, neue Bezugspersonen) die kognitive, leistungsbezogene Dimension („Vorläuferfähigkeiten“, aber auch Verantwortungsübernahme und Konzentrationsfähigkeit) sowie alltagsbezogene Sorgen (Kosten, familiärer Stress, organisatorische Herausforderungen, …) in den Blick zu nehmen, um gelingende Transitionsprozesse zu gestalten.
Die Stadt Bochum hat gemeinsam mit dem ISA e. V. eine Befragung von Kita-Fachkräften und Familien durchgeführt, um ein besseres Bild der Bedarfe und Unterschiede zwischen Familien (z. B.: armutsbetroffene Familien, zugewanderte Familien, Alleinerziehende…) und Kitas zu erhalten und daraus Unterstützungsmaßnahmen ableiten zu können.
In der Veranstaltung sollen Ergebnisse der Befragung und des Projekts vorgestellt und daran anschließend Perspektiven und Ideen der WS-Teilnehmenden zum Thema besprochen werden. Spiegeln die Bochumer Ergebnisse auch ihre Alltagsrealität? Wo sind noch blinde Flecken, was sind ihre Erfahrungen und ggf. auch Lösungsideen?
Referent: Sebastian Jeworutzki
Zeit: 09:00 - 12:00 Uhr
Familienzentren mit vielen sozioökonomisch benachteiligten Kindern und Familien haben oft besondere Herausforderungen.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat als erstes Flächenbundesland die Entwicklung einen Kita-Sozialindex in Auftrag gegeben. Sie verfolgt damit im Wesentlichen drei Ziele:
Das zuständige Ministerium für Kinder und Jugend möchte sich erstmals selbst einen Überblick darüber verschaffen, wie sich die Belastungslagen in Kindertageseinrichtungen landesweit darstellen.
Den Kommunen soll ein Instrument an die Hand geben werden, um ihre eigenen Entscheidungen über die Verteilung von Mitteln wie z.B. die Landesmittel für plusKITAs oder Familienzentren zu überprüfen oder zu treffen.
Für den Fall von Bundesmitteln für ein „Startchancenprogramm-Kita“, wie es der Koalitionsvertrag des Bundes vorsieht, will man mit dem Kita-Sozialindex ggfls. für eine Verteilung von Bundesmitteln gewappnet sein.
Der Kita-Sozialindex orientiert sich am bereits entwickelten Schul-Sozialindex für Nordrhein-Westfalen, allerdings gibt es auch Unterschiede z.B. bei der Datenverfügbarkeit. Er kombiniert Daten des Sozialraums, der jede einzelne Kita umgibt, mit auf Landesebene vorhandenen Daten über die konkrete Kita. Im Fachforum wird vorgestellt und diskutiert, wie der Kita-Sozialindex für Nordrhein-Westfalen entwickelt worden ist.
Referentin: Prof.in Dr.in Nadine Madeira Firmino
Zeit: 09:00 - 12:00 Uhr
Der Workshop widmet sich der Frage, wie frühe literacybezogene Bildungsprozesse in sprachlich vielfältigen Lebenswelten alltagsintegriert gestaltet und begleitet werden können. Ausgehend von aktuellen theoretischen und empirischen Erkenntnissen werden zentrale Grundlagen früher Literacyentwicklung sowie die Bedeutung von Mehrsprachigkeit für Sprachbildungs- und Lernprozesse beleuchtet. Dabei stehen insbesondere dialogische Interaktionen, mehrsprachige Bildungsanlässe und die Gestaltung literacyanregender Umgebungen im Fokus. Neben einem fachlichen Input bietet der Workshop praxisnahe Einblicke in die Umsetzung alltagsintegrierter Literacyförderung in Kindertageseinrichtungen. Anhand konkreter Praxisbeispiele werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Bücher, Erzählsituationen, Schrift, digitale Medien und kreative Ausdrucksformen sprachsensibel und ressourcenorientiert eingesetzt werden können. Ziel des Workshops ist es, theoretische Impulse mit praxisnahen Anregungen und kollegialem Austausch zu verbinden
Referentin: Dr.in Nora Jehles
Zeit: 14:00 - 17:00 Uhr
Soziale Benachteiligung zeigt sich bereits im Zugang zu frühkindlicher Bildung. Der Beitrag nimmt die Perspektiven von Eltern und Einrichtungen auf Zugänge, Auswahlprozesse und Unterstützungsbedarfe in der Kindertagesbetreuung in den Blick. Diskutiert werden Befunde zu sozial ungleichen Zugängen, Kita-Segregation sowie die Rolle digitaler Anmeldeportale. Im Fokus steht die Frage, wie Familienzentren und Kitas Eltern – insbesondere in belasteten Lebenslagen – beim Zugang zu frühkindlicher Bildung unterstützen können.
Referent:innen: Anna Wagner (FABIDO), Ulrike Rubruck (FRÖBEL)
Zeit: 14:00 - 17:00 Uhr
Wie wird individuelle und kindzentrierte Sprachförderung in der Kita umgesetzt und wie kann armutssensibles Handeln konkret aussehen? Diesen Fragen gehen wir gemeinsam mit FABIDO und Fröbel nach. Der Workshop gibt Einblicke in die Praxis und geht der Frage nach, wie Chancengerechtigkeit im Familienzentrum unterstützt und gelebt werden kann.